Seepromenade: Sind die Bäume Stolperfallen?

Grüne wollen die Allee vor der Kettensäge retten

Bäume leben gefährlich in Herrsching. Die Baumschutz-Verordnung wurde vor einiger Zeit juristisch gerodet, jetzt könnte den Bäumen an der Seepromenade ein Kettensägen-Massaker drohen: Die Wurzeln der Alleebäume verschaffen sich inzwischen soviel Platz, dass sich teilweise die Pflastersteine auf dem Weg zu Wellen aufwölben.

Der Herrschinger Grünen-Vorstand um Willi Meyerhöfer hat sich nun eingeschaltet und will alle Bäume vor radikalen Lösungen retten.

Von Gerd Kloos
Aufgeschreckt wurden die Baumfreunde durch einen Artikel im Starnberger Merkur, der die Leser auf Ungemach einstimmt: „Wer nicht aufpasst, kommt schnell ins Straucheln, denn eine Verwerfung durch Baumwurzeln reiht sich an die nächste. Unregelmäßig, versteht sich. Und mit jedem Jahr werden sie höher und es kommen neue hinzu.“ Klingt fast so dramatisch, als würde es lose Dachziegel regnen.

Tatsächlich gibt es, so hat Grünen-Vorstand Meyerhöfer, drei starke Anhebungen durch die dicken Wurzeln. Die übrigen Bäume haben relativ sanfte Erhöhungen der Pflastersteine bewirkt.

Ein Sachverständigenbüro will nach Recherchen des Merkur nun aber festgestellt haben, dass „elf Bäume keine Verwerfungen haben, 20 dafür mittlere bis starke. Alle anderen sind als leicht zu bewerten“.

Für die Sachgebietsleiterin Umwelt im Rathaus Herrsching, Franziska Kalz, gibt es mehrere Optionen, den Weg und damit das Thema zu glätten:

Der Gemeinderat müsse entscheiden, ob er die erhaltenswerten Bäume erhalten wolle und die Kosten dafür in Kauf nehme oder alternativ eine Neuverlegung des Pflasters auf demselben Niveau wünsche. Dabei müsse man in Kauf nehmen, dass die meisten Bäume dies nicht überlebten oder man müsse über eine alternative Bepflanzung nachdenken.

Nach Recherchen der Grünen-Vorständin Rita Mulert – und jetzt kommt die gute Nachricht – ist bisher noch kein Fällungsbeschluss gefallen. Die Grünen sind sich jedenfalls einig, dass die Kettensäge an der Promenade nicht zum Einsatz kommen darf. Wenn die Stolpergefahr zu groß werde, müsse man halt das Pflaster im Bereich der Wurzeln anheben, meint Grünen-Vorstand Willi Meyerhöfer.

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