Radwege besser ausschildern

„DAS THEMA AUSSITZEN GEHT GAR NICHT“

Die grüne Gemeinderatsfraktion macht Ernst mit dem Radfahrer-Schutz: Ein Antrag bei der Gemeinde fordert

  • bessere Radwegweiser in Herrsching aufzustellen
  • einen überörtlichen Wegweiser „Rund um den Ammersee“ zu schaffen
  • die Gefahrenstellen beim Queren von Straßen zu entschärfen.

Der grüne Gemeinde- und Kreisrat Gerd Mulert dreht mit seinen Kolleginnen und Kollegen „am Rad“.  

 

Radwege sind in Herrsching schlecht ausgeschildert. Das haben die Grünen Herrschings bei einer Ortsbefahrung festgestellt. Jetzt wollen die grünen Gemeinderäte das Radfahren rund um den ganzen See erleichtern. Wie soll das erreicht werden?

MULERT: Die Radwege sind nicht nur in Herrsching schlecht ausgeschildert, auch in anderen Gemeinden unseres Landkreises und auch den Nachbarlandkreisen sehen wir Nachholbedarf. Natürlich gibt es jetzt Fahrradnavis für das Handy, es gibt auch noch die guten alten Radkarten. Wir haben, wie in ganz Deutschland, die einheitlichen Schilder mit grüner Schrift auf weißem Grund.

Es fehlen aber nicht mehr Schilder, sondern eine konsequentere Ausschilderung. Es fehlen auch Schilder an zentralen Wegkreuzungen. Hier ist es vor allem nötig, alle Richtungen genau auszuweisen und Übersichtskarten anzubringen. In anderen Bundesländern finden sich diese zentralen Knotenpunkte dann sogar auch auf den Landkarten, die die Tourismuszentralen verteilen.

Auch Herrsching ist einer der wichtigen Punkte für Radtouristen. Die Runde um den Ammersee ist heute einfach machbar, den Elektrorädern sei Dank. Viele denken sich, die Wegführung ist leicht, es geht ja immer nur darum, den See auf der Seite zu haben. Das ist aber ein großes Missverständnis, das sich spätestens dann verhängnisvoll auswirkt, wenn man sich als Radler auf der Kreisstraße Herrsching-Breitbrunn wiederfindet. Auf einmal brausen die Autos mit 100 km an einem vorbei, ohne dass es eine Ausweichmöglichkeit gibt. Das ist nur eine Situation, die deutlich aufgestellte Weweiser verhindern müssen.

Besteht nicht die Gefahr, dass die Herrschinger Gemeindeverwaltung die Radwegebeschilderung auf die Landratsämter abschieben will?

MULERT: Wir Grüne hatten schon vor wenigen Jahren einen Anlauf gemacht, um die Situation zu verbessern. Voller Elan wurden beste Vorschläge vorgetragen. Immerhin gab es ja auf Kreisebene im Landratsamt eine Radlbeauftragte, es gab den Radweg Rund um den Königssee (gemeint ist der Starnberger See), und die Touristiker im Landkreis hatten gerade einen neuen Anlauf genommen. Die Voraussetzungen schienen günstig – wir wurden aber schwer demontiviert. In den Telefonaten wurden wir von der einen Instanz zur anderen geschoben. Immer war es angeblich wichtig und notwendig, dass eine dritte Instanz vorher tätig gewesen sein müsse.

Faktisch ist aber nichts passiert. Das ganze Engagement verlief im Sande. Die Gefahr besteht natürlich auch für den Ende 2020 eingereichten Antrag.

Wir wissen, dass für die Radwegeauszeichnung sowohl der Landkreis, wie auch die kreiseigene Gesellschaft für Wirtschaft und Tourismus wie auch am Ende die Gemeinden für die Radwege zuständig sind. Wir müssen uns als Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Herrsching an unsere Verwaltung am Ort halten. Diese wollen wir in den nächsten Monaten regelmäßig auf die Bearbeitung unseres Antrages hinweisen. Gemeinsam sprechen wir dann gerne bei den übergeordneten Kreiseinrichtungen vor.

Es geht aber nicht nur um eine leicht verständliche und gut sichtbare Beschilderung der Radwege. Es geht auch um die Beseitigung der Gefahrenstellen beim Überqueren der Staatsstraße. Was schlagen die grünen Gemeinderäte vor?

MULERT: Zunächst einmal müssen wir darauf hinweisen, dass wir alle keine Radwegebauexpertinnen und -experten sind. Die finalen Umsetzungsvorschläge erwarten wir daher von den Profis. Wir fahren gerne viel Rad, hier in unserem Ort aber auch anderswo, auch als Tourist in fremden Regionen und Ländern. In Herrsching kennen wir alle die gefährlichen Übergänge. Die sind natürlich dort, wo die Kreis- und Staatstraßen überquert werden.

Eine Beschilderung für Autofahrer und Radfahrer wäre der erste Schritt – aber nur ein kleiner. Dann kämen Markierungen auf der Straße in Frage. Die beste Lösung wäre natürlich eine Kombination von diesen beiden Punkten mit baulichen Maßnahmen, die zur Folge haben, dass die Geschwindigkeit der Autofahrer reduziert und die Aufmerksamkeit erhöht wird.

Welche Maßnahmen umgesetzt werden, ist eine Frage von Prioritäten und den finanziellen Möglichkeiten der staatlichen Einrichtungen. Die Lösungsvorschläge auszuarbeiten überlassen wir gerne Profis – aber wir erwarten auch, dass diese Vorschläge kommen und darüber entschieden wird. Das „Thema aussitzen“, geht gar nicht.

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